Nur Bronze für Deutschland - Die Bierdurst-Tabelle der EU Bier Pro Kopf Verbrauch Europa

Was ist nur los im Heimatland des Gerstensafts? Der nationale Bierdurst nimmt stetig ab! Und während die Tschechen den EM-Titel im Bier-Pro-Kopf-Verbrauch feiern, schenken sich die zweitplatzierten Österreicher noch mal nach.

Satte 145 Liter Bier lässt der durchschnittliche Tscheche sich jährlich durch die Kehle gleiten. Nicht schlecht! Das Heimatland des legendären Budweiser ist damit unangefochtener Europameister in Sachen Bierdurst. Und in Deutschland? Sieht es immer schlechter aus mit dem Bierabsatz auf dem hart umkämpften Binnenmarkt. Lediglich der Freistaat Bayern konnte durch gute Exportzahlen zulegen. Aber warum verschmähen die Deutschen plötzlich ihre Muttermilch? Sogar die Österreicher trinken dem großen Nachbarn mittlerweile auf der Nase rum und rangieren mit 108 Litern pro Jahr auf Platz 2 der europäischen Bierdurst-tabelle.


Bierdurst nach Bundesländern


Andere Bundesländer, andere Trinksitten. Nicht überall in Deutschland ist der güldene Gerstensaft gleichermaßen beliebt. Sachsen-Anhalt ist in Sachen Durst das Schlusslicht der Bier-Republik. Auch die Hessen scheinen lieber Äbbelwoi zu trinken, statt die lokale Bierwirtschaft zu stärken. Die Top 3 der Bundes-Durstlöscher: Niedersachsen & Bremen (Platz 3), Bayern (2.) & Sitzenreiter Nordrhein-Westfalen. Dort gehen jährlich kanpp 24 Millionen Hektoliter Flüssignahrung über die Theke. Trotzdem reicht es nur für einen durstigen, dritten Platz in der EU-Pro-Kehle-Verbrauchs-Statistik.


Ist die Mainstream-Maische Schuld an der Bier-Rezession?


Was auch immer der Grund sein mag, der Bierabsatz in Deutschland ist wie dünnhäutiger Schaum auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung abgesackt. Und obwohl Bier so billig ist wie in kaum einem anderen europäischen Land zu haben ist, scheint die Lust am Gebrauten nachgelassen zu haben. Oder vielleicht gerade deswegen! Die selbsternannten Premium-Marken & Absatzkönige bieten in Sachen geschmacklicher Vielfalt kaum Abwechslung. Massentaugliche Mainstream-Maische für Preisbewusste. Und die kleinen und mittelständischen Brauereien versuchen verzweifelt, ihre liebevoll aber kostenintensiv hergestellten Produkte an den durstigen Mann oder die Frau zu bringen, bevor ihnen die finanzielle Puste ausgeht und ein weiterer Traditionbetrieb das Zeitliche segnet.


Nischenprodukt Bio-Bier boomt


Auch wenn der Bio-Bier-Markt in Deutschland boomt, macht das Nischengebräu einen verwschwindend geringen Anteil am Gesamtabsatz aus. Das Deutsche Reinheitsgebot ist den meisten Konsumenten offenbar Qualitäts-Prädikat genug. Gestandene Bio-Veteranen wie die Neumarkter Lammsbräu Brauer, die bereits seit den 80er Jahren auf Nachhaltigkeit setzen, fahren dank hochwertiger Produkte und professioneller Vermarktung endlich ihren verdienten Lohn ein. Aber auch die ganz kleinen Brauhäuser brauchen trotz fehlender Marketingabteilung ihre wohlverdiente Stammkundschaft. Es wäre doch schade, wenn all die kreativen Schloss-, Privat-, Haus- & Mikrobrauereien aufgrund der schwindenden Bierlust austrocknen würden.


Bierbasis-Tipp zur Rettung der regionalen Bierkultur


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Wer sich immer noch fragt, warum er trinkend zur nationalen Bier-Arterhaltung beitragen sollte, muss sich nur diesen beängstigenden Artikel ansehen! Der reinste Hopfen-Horror! Das können wir denen doch nicht einfach so durchbrauen lassen...

Bearbeiter: Bierbasis.de vom 22.02.2013, 13:40 Uhr
Quelle: www.statista.de, www.wiwo.de

Tags: Bierverbrauch, Bierabsatz, Bio-Bier, Bierdurst, Hausbrauerei, Brauereiausschank, Bierbrauer

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